Ludwig I. in Freising

Wilhelm von Kaulbach: Die Kunsttätigkeit der Glasmalereianstalt in München, 1853, Inv. Nr. WAF 416, Bayerische Staatsgemäldesammlungen – Neue Pinakothek München, Wittelsbacher Ausgleichsfonds, Foto: Bayerische Staatgemäldesammlungen

Die Ausstellung „Himmlisches Wiedersehen. Von Ludwig I. zum Blauen Reiter“ im Freisinger Diözesanmuseum widmet sich den künstlerischen Entwicklungen im München des 19. Jahrhunderts und ihrem Einfluss auf die religiöse Malerei (17.3. – 26.7.2026). Die Epoche war geprägt durch politische und gesellschaftliche Umbrüche, revolutionäre Veränderungen aber auch durch die romantische Sehnsucht nach einem Ausgleich von Natur und Kultur. Während die Kirche fast zwei Jahrtausende lang die Rolle einer Impulsgeberin inne hatte, suchte sie nun ihrerseits Anschluss an die Künste ihrer Zeit. Die Ausstellung geht der Frage nach, ob traditionelle christliche Inhalte in neue Bildformen gegossen werden können, bzw. welcher Stil dem Anspruch entspricht, die Wahrheit des Heilsgeschehens vermitteln zu können.

In der ersten Hälfte des Jahrhunderts prägte insbesondere König Ludwig I. von Bayern als bedeutender Mäzen mit seinem Geschmack das Kunstgeschehen in Bayern. Bereits als Kronprinz hatte er nicht nur bedeutende Sammlungen zusammengetragen, sondern sich auch als Bauherr wichtiger Bauten einen Namen gemacht. Unter anderem ließ er für seine Sammlung zeitgenössischer Malerei ein eigenes Gebäude errichten: die Neue Pinakothek, deren Grundsteinlegung 1846 erfolgte.

Die Außenfassade wurde mit einem monumentalen Freskenzyklus mit 12 Szenen geschmückt, die Ludwig I. als Kunstmäzen feierten. 7 weitere Bildfelder waren Künstlerbildnisse und Allegorien. Die Entwürfe stammten von Wilhelm von Kaulbach, die Ausführung lag zwischen 1850 und 1854 in den Händen von Friedrich Christoph Nilson. Beispielsweise hatte Ludwig I. 1827 die Königliche Glasmalereianstalt ins Leben gerufen, die aufgrund der hohen Qualität der Ausführung und der stilprägenden Entwürfe hochrangiger Künstler während des 19. Jahrhunderts eine führende Rolle übernahm.

Während die monumentale „Kunst am Bau“ in Folge von Witterungseinflüssen schon bald verschwunden war, haben sich sämtliche vorbereitende Gemälde von Kaulbach erhalten und geben damit lebhaft Zeugnis von der wichtigen Rolle Ludwigs als Förderer der Künste.

In der Ausstellung sind nicht nur drei Bilder aus diesem Zyklus zu entdecken, sondern zudem ein weiteres Gemälde sowie eine Skulptur aus der königlichen Sammlung von Ludwig I., die 1923 dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds übereignet wurde.

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