Der heilige Korbinian in Freising

Melchior Mair(?): Ostensorium mit Reliquien des Bischofs Korbinian von Freising und der thüringischen Landgräfin Elisabeth von Ungarn, Augsburg, um 1610/20, vergoldetes Silber, gegossen, getrieben, gepunzt, ziseliert, Email, Glas, Bergkristall. 45 x 26 x 29,8 cm, Inv.Nr.: ResMü. RK 0025.WAF, Residenz München, Reliquienkammer, Foto: © Bayerische Schlösserverwaltung / Maria Scherf / Veronika Freudling, München

Mit dem Eintreffen des Missionsbischofs Korbinian im Jahr 724 begann die Geschichte des Bistums Freising. Zum 1.300-jährigen Diözesanjubiläum erzählt die große Landesausstellung „Tassilo, Korbinian und der Bär. Bayern im frühen Mittelalter“ (07.05.-03.11.2024) von den Anfängen der Kirche in Bayern und vom Glanz der Agilolfinger-Herzöge, die Korbinian gerufen hatten. Sie herrschten über ein Land, das sich zeitweise bis Südtirol, Oberösterreich, Kärnten und Slowenien erstreckte. In der groß angelegten Schau wird nicht nur die Geschichte des Bistumsgründers Korbinian vorgestellt, sondern auch die Zeit des frühen Mittelalters: von den Anfängen der Kirche in Bayern und vom Glanz der Agilolfinger-Herzöge.

Bereichert wird die Ausstellung durch eine wertvolle Reliquienmonstranz mit der Darstellung des heiligen Korbinian aus dem Eigentum des Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Gefertigt wurde sie vermutlich durch den Augsburger Goldschmied Melchior Mair um 1615. Rund zehn Jahre später, 1626, ist die Monstranz bereits im Inventar der Reichen Kapelle in der Münchner Residenz erfasst.

Die prachtvoll gekleidete Figur des heiligen Korbinian mit dem legendären Bären zu seiner Seite trägt einen bogenförmigen Bergkristallbehälter, der gute Sicht auf die Rippe des Bischofs ermöglicht. So verbindet sich der Anblick des goldstrahlenden, verklärten Leib Korbinians mit der unmittelbaren Authentizität seines irdischen Körperrests.

Mit der 1607 geweihten Reichen Kapelle in der Münchner Residenz ließ Kurfürst Maximilian I. eine prunkvolle Stätte für zahlreiche, kostbar gefasste Überreste von Heiligen errichten. In ihrer dekorativen Fülle selbst eine Art begehbarer Reliquienschrein, bildete die Kapelle das spirituelle Zentrum der bayerischen Regierungszentrale und wies sie als Bollwerk des katholischen Glaubens im Reich aus.


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